Zuletzt aktualisiert: 26. September 2026
Eine Giardien-Infektion beim Hund wird mit einem vom Tierarzt verordneten Medikament behandelt, typischerweise Fenbendazol oder Metronidazol für 3–5 Tage, manchmal beides zusammen. Die Kur allein reicht oft nicht: Die Zysten überleben monatelang in der Umgebung und im Fell, sodass sich der Hund leicht erneut ansteckt. Empfohlen wird, den Hund am letzten Behandlungstag zu baden sowie Liegeplatz, Näpfe und Boden gründlich zu reinigen und danach trocknen zu lassen. Hausmittel töten Giardien nicht ab. Ein Antigentest direkt nach der Kur kann irreführend sein, weil das Antigen auch nach erfolgreicher Behandlung noch nachweisbar sein kann.
In diesem Artikel erklären wir, wie die Behandlung abläuft, warum Giardien so oft zurückkommen, wie Sie reinigen und wann ein erneuter Test sinnvoll ist. Was Giardien sind und welche Symptome sie verursachen, lesen Sie hier: Giardien beim Hund.
Wie werden Giardien beim Hund behandelt?
Laut Empfehlung des CAPC (Companion Animal Parasite Council) sollte jeder Giardien-positive Hund mit Symptomen behandelt werden. Der Tierarzt wählt typischerweise aus folgenden Möglichkeiten:
| Wirkstoff | Typische Dauer | Hinweis |
|---|---|---|
| Fenbendazol | 3–5 Tage, einmal täglich | Ein weit verbreitetes Entwurmungsmittel, das auch gegen Giardien wirkt. |
| Metronidazol | 5 Tage, zweimal täglich | Ein Antibiotikum. Verschreibungspflichtig, Dosierung durch den Tierarzt. |
| Fenbendazol + Metronidazol | 5 Tage | Bei hartnäckigen oder wiederkehrenden Fällen. |
| Kombination Febantel + Pyrantel + Praziquantel | 3 Tage | Manche Kombinations-Entwurmungsmittel wirken ebenfalls gegen Giardien. |
Dosis und Dauer der Kur legt immer der Tierarzt anhand von Körpergewicht und Zustand des Hundes fest. Geben Sie keine übrig gebliebenen Medikamente, Humanpräparate oder für einen anderen Hund verschriebene Mittel auf eigene Faust.
Bei positiven, aber symptomfreien Hunden ist laut Mehrheitsmeinung des CAPC-Gremiums eine Behandlung nicht unbedingt nötig. Ausnahmen kann es geben, wenn der Hund mit kleinen Kindern, älteren oder immungeschwächten Menschen oder vielen anderen Hunden zusammenlebt. Das entscheidet der Tierarzt.
Gibt es eine Behandlung für Giardien zu Hause?
Viele suchen nach einem Hausmittel, aber es gibt kein Hausmittel, das nachweislich Giardien abtötet. Diät, Probiotika oder leicht verdauliches Futter können die Symptome lindern, beseitigen den Parasiten aber nicht. Der Hund kann daher weiterhin Zysten ausscheiden und andere Tiere anstecken. Manche „natürlichen“ Mittel sind sogar gefährlich: Knoblauch und Zwiebeln etwa sind für Hunde giftig. Was zu Hause wirklich in Ihrer Hand liegt, sind Reinigung und Baden – ohne sie wirkt auch das Medikament nicht gut.
Warum kommen Giardien so oft zurück?
Laut Cornell University sind Giardien-Zysten widerstandsfähig und können in der Umgebung monatelang überleben. Es gibt drei häufige Gründe für einen Rückfall:
- Reinfektion aus der Umgebung: durch Zysten auf dem Liegeplatz, dem Boden, im Garten, an den Näpfen und im eigenen Fell des Hundes.
- Unbehandelte Partnertiere: Ist ein anderer Hund oder eine Katze ebenfalls infiziert, geben sie den Parasiten gegenseitig weiter.
- Unvollständige Kur: ausgelassene Dosen, zu kurze Behandlung und selten Stämme, die weniger empfindlich auf das Medikament reagieren.
In einer 2021 veröffentlichten italienischen Studie wurden 24 infizierte, im Haushalt lebende Hunde mit Fenbendazol oder Metronidazol behandelt und 50 Tage lang beobachtet. Sieben Tage nach der Behandlung schieden noch 33 % der mit Fenbendazol und 42 % der mit Metronidazol behandelten Hunde Zysten aus. Diese Hunde wurden erneut behandelt. Bis Tag 21 waren alle Hunde negativ, an Tag 50 waren jedoch in jeder Gruppe zwei Hunde wieder positiv. Als wahrscheinlichste Ursache sahen die Autoren eine Reinfektion aus der Umgebung und die phasenweise Zystenausscheidung. Ihr Fazit: Das Medikament allein reicht nicht, um Giardien in den Griff zu bekommen.
Reinigungs- und Badeplan während der Behandlung
| Wann? | Was zu tun ist |
|---|---|
| Täglich während der Behandlung | Kot sofort aufsammeln. Wasser- und Futternäpfe mit heißem Wasser spülen. Nach dem Spaziergang Pfoten und den Bereich unter dem Schwanz abwischen. |
| 1–2 Mal während der Behandlung | Liegeplatz, Decken und Plüschspielzeug bei höchstmöglicher Temperatur waschen. Den Boden mit Dampfreiniger oder Desinfektionsmittel reinigen. |
| Am letzten Behandlungstag | Den Hund mit Shampoo baden, besonders den Bereich unter dem Schwanz und die Hinterbeine. Danach auf einen sauberen Liegeplatz wechseln. |
| Immer nach dem Reinigen | Oberflächen gründlich trocknen lassen. Zysten mögen Feuchtigkeit und vertragen kein Austrocknen. |
| Garten, Hof | Kot sofort aufsammeln. Laut Cornell werden Zysten auf dem Rasen nur durch direktes Sonnenlicht und Austrocknung abgetötet – meiden Sie daher feuchte, schattige Bereiche und Pfützen. |
Laut CAPC können Oberflächen mit Dampfreinigung oder handelsüblichen Desinfektionsmitteln gereinigt werden, danach ist gründliches Trocknen nötig. Empfohlen wird, den Hund am letzten Behandlungstag zu baden, damit im Fell haftende Zysten keine Reinfektion verursachen.
Ist nach der Behandlung ein Kontrolltest nötig?
Das ist das häufigste Missverständnis bei Giardien. CAPC und Cornell warnen beide: Antigentests (ELISA, Schnelltest) und PCR können auch nach erfolgreicher Behandlung noch eine Zeit lang positiv bleiben und eignen sich daher nicht, um zu entscheiden, ob die Behandlung versagt hat oder eine Reinfektion vorliegt.
- Wenn die Symptome verschwunden sind: Ein routinemäßiger Kontrolltest ist in der Regel nicht nötig.
- Wenn der Durchfall am Ende der Kur anhält: Gemäß CAPC-Empfehlung kann der Tierarzt 24–48 Stunden nach Behandlungsende eine mikroskopische Kotuntersuchung (Flotation) durchführen.
- Wenn der Durchfall Wochen später zurückkommt: Dann zeigt ein Giardien-Schnelltest für zu Hause gut an, ob wieder Giardien dahinterstecken. Bei positivem Ergebnis wenden Sie sich an den Tierarzt.
Was ist mit den anderen Hunden und Katzen?
In Mehrtierhaushalten, Zuchten und Tierheimen bleiben Giardien selten bei einem einzigen Tier. Ist ein Hund positiv, besprechen Sie mit dem Tierarzt, welche Tiere untersucht und behandelt werden müssen. Es lohnt sich, den Reinigungsplan für alle gleichzeitig umzusetzen. Das CAPC empfiehlt außerdem, symptomfreie Hunde bei der Aufnahme in Tierheime, Hundepensionen oder Hundeschulen zu testen.
Für Züchter und Tierheime ist die 5er-Packung günstiger, damit lässt sich ein Wurf oder eine Gruppe auf einmal testen. Über Giardien bei Katzen haben wir einen eigenen Artikel: Giardien bei der Katze.
Können sich Menschen beim Hund anstecken?
Laut CAPC gehören die beim Hund am häufigsten gefundenen Giardien zu den Genotypen C und D, die nur Hundeartige infizieren. Nur die Genotypen A und B können auf den Menschen übergehen, und diese sind bei Hunden seltener. Menschliche Infektionen stammen vor allem von anderen Menschen, verunreinigtem Wasser und Lebensmitteln; eine Übertragung vom Hund auf den Menschen scheint laut CAPC selten zu sein. Gründliches Händewaschen, sofortiges Aufsammeln des Kots und die Beaufsichtigung von Kindern während der Behandlung werden trotzdem empfohlen.
Häufige Fragen zur Giardien-Behandlung
Wie lange dauert die Giardien-Behandlung beim Hund?
Die medikamentöse Kur dauert meist 3–5 Tage. Mit Reinigung und Baden dauert der ganze Prozess etwa eine Woche. In hartnäckigen Fällen kann der Tierarzt die Behandlung wiederholen oder kombinieren.
Welches Medikament braucht man gegen Giardien?
Am häufigsten Fenbendazol oder Metronidazol, manchmal beides zusammen, oder bestimmte Kombinations-Entwurmungsmittel. Präparat und Dosis verordnet immer der Tierarzt.
Kann man Giardien zu Hause behandeln?
Nicht ohne Medikament. Diät und Probiotika können die Symptome lindern, töten den Parasiten aber nicht ab. Zu Hause sind Reinigung, Desinfektion und Baden Ihre Aufgabe – ohne sie hält die Behandlung nicht an.
Warum kommen Giardien nach der Behandlung zurück?
Meist, weil sich der Hund aus der Umgebung oder über sein eigenes Fell erneut ansteckt oder ein unbehandeltes Partnertier die Infektion zurückgibt. Seltener wurde die Kur nicht vollständig durchgeführt.
Wann kann ich erneut testen?
Direkt nach der Behandlung lohnt sich ein Antigentest nicht, weil das Antigen auch nach erfolgreicher Behandlung noch nachweisbar sein kann. Halten die Symptome an, führt der Tierarzt eine mikroskopische Untersuchung durch. Kommt der Durchfall Wochen später zurück, zeigt ein neuer Schnelltest gut an, ob wieder Giardien dahinterstecken.
Müssen die anderen Hunde auch behandelt werden?
Das entscheidet der Tierarzt. In Mehrtierhaushalten werden oft auch die anderen Tiere untersucht, und es lohnt sich, den Reinigungsplan für alle gleichzeitig umzusetzen.
Fazit
Giardien sind heilbar, die Behandlung hält aber nur, wenn drei Dinge zusammenkommen: die vollständige, vom Tierarzt verordnete Kur, das Baden des Hundes am Ende der Behandlung und die gründliche Reinigung und Trocknung der Wohnung. Ein Antigentest direkt nach der Kur kann irreführend sein. Kommt der Durchfall jedoch Wochen später zurück, zeigt ein Schnelltest für zu Hause schnell, ob die Giardien zurück sind.
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Wenn der Durchfall zurückkommt: aus einer Kotprobe, in 5–10 Minuten. Für Mehrtierhaushalte und Zuchten auch im 5er-Pack.
Quellen
- Companion Animal Parasite Council (CAPC): Giardia – guidelines. capcvet.org
- Cornell University College of Veterinary Medicine: Giardia – infection, treatment and prevention. vet.cornell.edu
- Effectiveness of Fenbendazole and Metronidazole Against Giardia Infection in Dogs Monitored for 50 Days in Home Conditions. Frontiers in Veterinary Science, 2021. PMC8032893
Wichtig: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Medikamente, Dosierung und Kontrolltests legt immer der Tierarzt fest. MancsLab Schnelltests dienen der Vorabuntersuchung zu Hause.

