Zuletzt aktualisiert: 26. September 2026
Giardien sind einzellige Darmparasiten, die bei Katzen wiederkehrenden, weichen, hellen und stark übelriechenden Durchfall verursachen können. Betroffen sind vor allem Kitten unter einem Jahr, Tierheim- und Zuchtbestände sowie Mehrkatzenhaushalte. Erwachsene Katzen tragen sie oft symptomlos in sich. Mit einem Antigen-Schnelltest lassen sie sich zu Hause aus einer frischen Kotprobe nachweisen. Die Behandlung verordnet der Tierarzt, und Reinigung und Baden sind mindestens so wichtig wie das Medikament, denn die Katze kann sich über ihr eigenes Fell erneut anstecken.
In diesem Artikel erklären wir, wie sich Katzen mit Giardien anstecken, auf welche Symptome Sie achten sollten, wie Sie zu Hause testen können, wie behandelt wird und was Sie tun können, damit die Infektion nicht zurückkommt. Giardien beim Hund behandeln wir in einem eigenen Artikel: Giardien beim Hund.
Was sind Giardien und wie steckt sich die Katze an?
Giardia duodenalis lebt im Dünndarm. Mit dem Kot werden widerstandsfähige, mikroskopisch kleine Zysten ausgeschieden, und schon wenige reichen für eine Ansteckung. Laut Leitlinie der ABCD (European Advisory Board on Cat Diseases) bleiben die Zysten unter günstigen, feuchten Bedingungen monatelang in der Umgebung infektiös.
So kann sich eine Katze anstecken:
- über verunreinigte Streu oder eine gemeinsame Katzentoilette;
- über verunreinigtes Wasser, Futternäpfe oder Oberflächen;
- bei der Fellpflege über das eigene Fell oder das eines Artgenossen, an dem Zysten haften;
- wenn eine neue, infizierte Katze in den Haushalt kommt.
Bei Katzen vergehen von der Ansteckung bis zur Ausscheidung der Zysten 5–16 Tage, und die Ausscheidung erfolgt phasenweise: An manchen Tagen gelangen kaum Zysten in den Kot. Deshalb schließt eine einzelne negative Probe eine Infektion nicht immer aus.
Welche Katzen sind am stärksten gefährdet?
Laut ABCD-Leitlinie liegt die Infektionsrate in der allgemeinen Katzenpopulation bei 1–20 %, in Tierheimen und Zuchten kann sie aber 30–40 % erreichen. Am häufigsten ist die Infektion bei Katzen unter einem Jahr. In einer internationalen Erhebung waren 31 % der Proben aus Zuchten positiv.
- Kitten: Bei ihnen gibt es die meisten Fälle mit Symptomen, und bei ihnen führt der Durchfall am schnellsten zu Gewichtsverlust.
- Katzen aus dem Tierheim, gerettete und frisch adoptierte Katzen: Viele Tiere leben auf engem Raum zusammen, Stress ist häufig.
- Züchter und Mehrkatzenhaushalte: Durch gemeinsame Streu und Fellpflege geht die Infektion schnell reihum.
Wenn eine neue Katze bei Ihnen einzieht, sollten Sie in den ersten Wochen auf ihren Kot achten. Mehr dazu: Katze adoptieren: Was Sie über Vorsorgetests wissen sollten.
Welche Symptome verursachen Giardien bei der Katze?
Das häufigste Symptom ist Dünndarmdurchfall. Der Kot wird typischerweise so beschrieben:
- weich oder breiig, manchmal wässrig;
- hell, blass, fettig wirkend;
- deutlich übelriechender als sonst;
- wechselhaft: tagelang in Ordnung, dann wieder dünn.
Dazu können Gewichtsverlust, schlechte Entwicklung bei Kitten, Blähungen sowie verschmutztes, verklebtes Fell unter dem Schwanz kommen. Fieber, starke Mattigkeit und blutiger Durchfall sind für Giardien nicht typisch. Wenn Sie diese bemerken, vor allem bei einem Kitten, muss an eine andere, dringendere Ursache gedacht werden.
| Mögliche Ursache | Typisches Bild | Wie dringend? |
|---|---|---|
| Giardien | Wiederkehrender, weicher, heller, übelriechender Kot; die Katze frisst und spielt meist weiter | Kein Notfall, muss aber behandelt werden. Ein Test lohnt sich. |
| Katzenseuche (Panleukopenie) | Plötzlicher Beginn, Erbrechen, oft blutiger Durchfall, Fieber, starke Mattigkeit, vor allem bei ungeimpften Kitten | Dringend – sofort zum Tierarzt. |
| Futterwechsel, Stress | Ein, zwei Tage weicher Kot nach Umzug, neuem Futter oder Reise | Beobachten. Wenn es nicht innerhalb von 1–2 Tagen vergeht, den nächsten Schritt gehen. |
| Darmwürmer | Durchfall, dicker Bauch, manchmal sichtbare Würmer im Kot | Besprechen Sie die Entwurmung mit dem Tierarzt. |
Wie lassen sich Giardien bei der Katze nachweisen?
Laut ABCD hat der Nachweis von Giardien-Antigen im Kot dieselbe Sensitivität und Spezifität wie die mikroskopische Untersuchung (Flotation) in der Praxis, ist aber deutlich einfacher. Wegen der phasenweisen Ausscheidung braucht die Flotation 3 Proben von verschiedenen Tagen. PCR ist am empfindlichsten, aber eine Laboruntersuchung und teurer.
Zu Hause gehen Sie mit dem MancsLab Giardia Ag Schnelltest so vor:
- Probenahme: Nehmen Sie mit dem beiliegenden Tupfer eine Probe aus frischem Kot. Tragen Sie Handschuhe.
- Mischen: Geben Sie den Tupfer in das Pufferfläschchen, mischen Sie gründlich und verschließen Sie es.
- Auftragen: Geben Sie 3 Tropfen der Probe in die mit S gekennzeichnete Öffnung der Kassette.
- Ablesen: Lesen Sie nach 5–10 Minuten ab. Nach 15 Minuten ist das Ergebnis nicht mehr auswertbar.
Laut Validierung des Herstellers im Vergleich mit PCR hat der Test eine Sensitivität von 98,57 % und eine Spezifität von 99,13 %. Zwei Linien (C und T) bedeuten ein positives Ergebnis, auch wenn die T-Linie schwach ist. Ist nur die C-Linie sichtbar, ist das Ergebnis negativ. Bei Symptomen sollte der Test dann nach 2–3 Tagen mit einer neuen Probe wiederholt werden.
Wichtig: Laut Empfehlung des CAPC (Companion Animal Parasite Council) sollte der Antigentest bei Katzen mit Symptomen eingesetzt werden. Auch die ABCD empfiehlt nicht, positive Katzen ohne Symptome routinemäßig zu behandeln. Im Mehrkatzenhaushalt besprechen Sie das Vorgehen immer mit dem Tierarzt.
Wie werden Giardien bei der Katze behandelt?
Die Behandlung ist Sache des Tierarztes. Laut internationalen Empfehlungen wird in der Regel Fenbendazol oder Metronidazol verordnet, meist für 5–7 Tage, manchmal beides zusammen. Die Dosis legt der Tierarzt nach dem Körpergewicht der Katze fest. Metronidazol erfordert bei trächtigen, säugenden oder epileptischen Katzen Vorsicht. Geben Sie Ihrer Katze nie eigenmächtig Humanarzneimittel oder übrig gebliebene Antibiotika.
Das Medikament allein reicht oft nicht. Bleiben Zysten in der Umgebung und im Fell, kann sich die Katze nach der Kur erneut anstecken. Deshalb sind auch Reinigung und Baden nötig.
Reinigung und Baden: So verhindern Sie einen Rückfall
- Katzentoilette: Leeren Sie sie täglich vollständig und brühen Sie sie während der Behandlung mit heißem Wasser aus oder waschen Sie sie mit Desinfektionsmittel.
- Desinfektion: Laut ABCD sind Mittel mit quartären Ammoniumverbindungen gegen die Zysten wirksam. Die Fachliteratur beschreibt auch heißes Wasser und Chlor als wirksam.
- Trocknen: Zysten mögen Feuchtigkeit. Lassen Sie Oberflächen nach dem Desinfizieren gründlich trocknen.
- Textilien: Waschen Sie Liegeplätze und Decken bei der höchstmöglichen Temperatur.
- Baden: Um Zysten aus dem Fell zu entfernen, wird zu Beginn und am Ende der Behandlung empfohlen, den Bereich unter dem Schwanz mit Shampoo zu waschen. Fragen Sie den Tierarzt, wie das am besten geht, denn die meisten Katzen baden nicht gern.
- Händewaschen: Waschen Sie sich nach dem Reinigen der Katzentoilette und der Pflege der Katze immer die Hände.
Ist nach der Behandlung ein Kontrolltest nötig?
Das ist eine häufige Frage, und die Antwort ist nicht einfach Ja. Giardien-Antigen kann auch nach erfolgreicher Behandlung noch eine Zeit lang im Kot nachweisbar sein, deshalb kann ein Antigentest direkt nach der Kur irreführend sein. Sind die Symptome bis zum Ende der Behandlung verschwunden, ist laut internationalen Empfehlungen kein routinemäßiger Kontrolltest nötig. Wenn der Durchfall nicht aufhört oder zurückkehrt, prüft der Tierarzt in der Regel mit einer mikroskopischen Kotuntersuchung, ob ein Therapieversagen oder eine Reinfektion vorliegt.
Der Heimtest hilft am meisten, wenn neue Symptome auftreten, eine neue Katze einzieht oder in einer Zucht oder einem Tierheim mehrere Tiere weichen Kot haben.
Können sich Menschen bei der Katze mit Giardien anstecken?
Giardien bei Katzen sind meist ein an Katzen angepasster Typ. Laut ABCD wurde in Europa bei einem Teil der infizierten Katzen (je nach Studie 35–95 %) auch der für Menschen empfängliche Genotyp A gefunden. Eine direkte Übertragung von der Katze auf den Menschen wurde bisher jedoch nicht nachgewiesen; die Hauptquellen menschlicher Infektionen sind verunreinigtes Wasser und Gemüse. Mit gründlichem Händewaschen, regelmäßiger Reinigung der Katzentoilette und Beaufsichtigung von Kindern lässt sich das Risiko gut senken. Wenn jemand in der Familie anhaltenden Durchfall hat, erwähnen Sie beim Arzt, dass ein Giardien-positives Tier im Haushalt lebt.
Mehrkatzenhaushalt, Zucht, Tierheim
Wo mehrere Katzen zusammenleben, bleiben Giardien selten bei einem Tier. Ist eine Katze positiv, besprechen Sie mit dem Tierarzt, ob auch die anderen getestet werden sollten und welche behandelt werden müssen. Für Züchter und Tierheime ist die 5er-Packung bequemer und günstiger. Weitere Tipps: Mehrtierhaushalt: So verhindern Sie die Ausbreitung von Infektionen.
Häufige Fragen zu Giardien bei Katzen
Wie sieht der Kot einer Katze mit Giardien aus?
Typischerweise weich oder breiig, hell, fettig wirkend und deutlich übelriechender als sonst. Der Durchfall verläuft oft wellenförmig: Der Kot ist tagelang in Ordnung und wird dann wieder dünn.
Können Giardien bei der Katze von selbst verschwinden?
Die Symptome können sich vorübergehend bessern, die Katze kann aber weiterhin Zysten ausscheiden und sich selbst oder ihre Artgenossen erneut anstecken. Bei anhaltendem oder wiederkehrendem Durchfall lassen Sie sie tierärztlich behandeln.
Wie lange dauert die Giardien-Behandlung bei der Katze?
Die medikamentöse Kur dauert meist 5–7 Tage. Reinigung, Desinfektion und Fellpflege sollten während der gesamten Behandlung und besonders am Ende erfolgen.
Kann ich meine Katze zu Hause auf Giardien testen?
Ja, mit einem Antigen-Schnelltest aus einer frischen Kotprobe in 5–10 Minuten. Bei positivem Ergebnis gehen Sie zum Tierarzt. Bei negativem Ergebnis, aber anhaltenden Symptomen wiederholen Sie den Test nach 2–3 Tagen, da die Ausscheidung phasenweise erfolgt.
Muss eine positive Katze ohne Symptome behandelt werden?
Laut ABCD-Leitlinie wird eine routinemäßige Behandlung Giardien-positiver Katzen ohne Symptome nicht empfohlen. Im Mehrkatzenhaushalt und in der Zucht entscheidet der Tierarzt über das Vorgehen.
Sind Giardien der Katze für Menschen gefährlich?
Das Risiko ist gering und lässt sich mit guter Hygiene weiter senken. Eine direkte Übertragung von der Katze auf den Menschen wurde bisher nicht nachgewiesen, Händewaschen nach dem Reinigen der Katzentoilette ist aber immer wichtig.
Fazit
Wenn der Kot Ihrer Katze seit Wochen mal in Ordnung und mal dünn, hell und sehr übelriechend ist, sollten Sie an Giardien denken, vor allem bei einem Kitten, einer Tierheimkatze oder im Mehrkatzenhaushalt. Ein Schnelltest für zu Hause liefert in wenigen Minuten eine Antwort. Bei einem positiven Ergebnis verordnet der Tierarzt die Behandlung, und gründliche Reinigung sowie ein sauberes Fell verhindern eine Reinfektion.
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Aus einer frischen Kotprobe, Ergebnis in 5–10 Minuten. Für Mehrkatzenhaushalte und Zuchten auch im 5er-Pack.
Quellen
- ABCD – European Advisory Board on Cat Diseases: Guideline for Giardiasis. abcdcatsvets.org
- Feline Giardia: Transmission, Diagnosis, and Treatment. Today's Veterinary Practice. todaysveterinarypractice.com
- Cornell University College of Veterinary Medicine: Giardia – infection, treatment and prevention. vet.cornell.edu
- MancsLab Giardia Ag Gebrauchsanweisung (mit Validierungsdaten des Herstellers)
Wichtig: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Die medikamentöse Behandlung verordnet immer der Tierarzt. MancsLab Schnelltests dienen der Vorabuntersuchung zu Hause.

